Zukunftsstadt auf Deutschlandreise

Berlin, 15.4.2015. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat heute die Gewinner im bundesweiten Wettbewerb Zukunftsstadt bekanntgegeben. Der Wettbewerb ist die zentrale Initiative im Wissenschaftsjahr 2015 zur Zukunftsstadt sowie Teil der Nationalen Plattform Zukunftsstadt (NPZ). 168 Städte, Gemeinden und Landkreise hatten sich beworben und wurden von einer Expertenjury bewertet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert nun in 51 Städten, Gemeinden und Landkreisen quer durch Deutschland Bürgerdialoge zur zukünftigen Stadtentwicklung.

Jury des Wettbewerbs Zukunftsstadt
Auswahl der Jury (von links nach rechts): Franz-Reinhard Habbel, Steffen Braun, Wilfried Kraus, Jörg Freese, Undine Kurth, Prof. Dr. Günther Bachmann, Dr. Markus Eltges, Prof. Dr. Peter F.E. Sloane, Johannes Dragomir, Dr. Timo Munzinger

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„Unser Ziel ist es, Menschen vor Ort ins Gespräch über die Zukunft ihrer Stadt zu bringen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln", erläuterte Wanka den Wettbewerb Zukunftsstadt. Jede der Zukunftsstädte erhält in der nun beginnenden ersten Phase bis zu 35.000 Euro, insgesamt unterstützt das BMBF die Städte mit bis zu 1,75 Millionen Euro.

In den 51 geförderten Zukunftsstädten entwickeln Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Stadtpolitikern, Ratsvertretern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern eine nachhaltige und umfassende Vision für ihre Kommune. „Angesichts der großen Zukunftsaufgaben der Kommunen wie Klimaanpassung, Energieversorgung, demografische Entwicklung oder sicheres Wohnen und Arbeiten sind die Dialoge vor Ort sehr wichtig für eine erfolgreiche Stadtentwicklung", sagte Wanka. „Die Prozesse in den Kommunen sollen als Anregung für andere Städte dienen." Der Wettbewerb reicht weit über das Wissenschaftsjahr hinaus: In einer zweiten und dritten Phase des Wettbewerbs, in den Jahren 2016 sowie 2017 und 2018, sollen die Pläne dann weiterentwickelt und bis zur Umsetzung begleitet werden. Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Deutsche Landkreistag sind Partner des Wettbewerbs.

Möglichst viele Lebensbereiche und Akteure sollen in die Entwicklung des Zukunftsbildes in den Kommunen einbezogen werden. So will beispielsweise die Stadt Dresden ihre Entwicklung zur Gemeinschaftsaufgabe machen und mit Bürgerinnen und Bürgern Fragen der Mobilität, Nachhaltigkeit und neue Formen der Beteiligung diskutieren. Die Nordseestädte Norden, Borkum, Norderney, Juist, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge haben ein gemeinsames Konzept eingereicht und wollen sich insbesondere dem Spannungsverhältnis von Tourismus und bezahlbarem Wohnraum für Einheimische widmen.

Wanka informierte über den Wettbewerb Zukunftsstadt anlässlich der Eröffnung der neuen Ausstellung zum Wissenschaftsjahr auf der MS Wissenschaft. Das Ausstellungsschiff startet seine diesjährige Tour in Dresden und fährt anschließend 40 Städte in Deutschland und Österreich an. Die Ausstellung auf dem Schiff soll dazu einladen, sich auf anschauliche Weise mit der Zukunft der Städte zu beschäftigen. Forschungsorganisationen beteiligen sich an der Ausstellung. Schulklassen und andere Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, an 30 Exponaten zu erkunden, wie sich Städte in Zukunft entwickeln könnten. Dabei erfahren sie unter anderem, wie in Städten Nahrungsmittel angebaut werden, wie Stadtbewohner trotz hoher Bevölkerungsdichte mobil bleiben und wie es Wildtieren in Städten ergehen wird.

Die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) hat die Ausstellung im Auftrag des BMBF umgesetzt. Die Tour ist eine zentrale Aktivität im Wissenschaftsjahr 2015 des BMBF. Zahlreiche Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen das Jahr.

Informationen zum Wettbewerb Zukunftsstadt finden Sie unter www.wettbewerb-zukunftsstadt.de. Eine Übersicht über die Gewinner im Wettbewerb Zukunftsstadt finden Sie in der Anlage. Informationen zur Ausstellung und zur Route finden Sie unter www.ms-wissenschaft.de.

 

Die 52 Gewinner-Städte, Gemeinden und Landkreise nach Bundesländern:

  • Baden-Württemberg: Freiburg, Igersheim, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Reutlingen, Ulm 
  • Bayern: Bad Hindelang, Erlangen, Freyung, Grafing, Landkreis Rottal Inn
  • Berlin: Charlottenburg-Wilmersdorf (2 x) 
  • Brandenburg: Ahrensfelde, Finsterwalde, Gransee, Perleberg gemeinsam mit Wittenberge
  • Hessen: ZuBRA-Region (Bebra, Rotenburg an der Fulda, Alheim)
  • Mecklenburg-Vorpommern: Amt Peenetal/Loitz, Malchin
  • Niedersachsen: Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Soltau, „Wattenmeer-Achter" (Borkum, Norden, Norderney, Juist, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge), Wolfsburg
  • Nordrhein-Westfalen: Bocholt, Bonn, Bottrop, Dormagen, Gelsenkirchen, Jülich, Kreis Recklinghausen, Kreis Steinfurt, Legden, Oberhausen, Oer-Erkenschwick, Siegen
  • Rheinland-Pfalz: Sprendlingen-Gensingen
  • Sachsen: Dresden, Leipzig, Mittweida, Weißwasser 
  • Sachsen-Anhalt: Halle (Saale), Magdeburg, Stendal
  • Schleswig-Holstein: Friedrichstadt, Norderstedt
  • Thüringen: Buttstädt, Nordhausen, Saalfeld

Kontakt

Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt
Sarah Niehaus | Katja Wallrafen
Saarbrücker Straße 37 | 10405 Berlin
Tel.: +49 30 308811-31 | Fax: +49 30 818777-125
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Kommentare (3)

  1. RalfLippold am 15.04.2015
    Dresden und Leipzig ziehen durchaus bereits genügend Förderressourcen an sich.

    Dass Weißwasser in der Lausitz dabei ist freut mich umso mehr,

    Ich habe leider erst über http://computer-oiger.de von der bereits stattgefundenen Veranstaltung erfahren - Schade.

    Mit innovativen Grüßen
    Ralf Lippold
    http://about.me/RalfLippold
  2. Rita Eichelkraut am 15.04.2015
    Was als erstes auffällt, ist die Geschlechterdisparität. Wie kann es heutzutage noch passieren, dass in einer Auswahlkommission bis auf eine Frau nur Männer vertreten sind? Und das für die Umsetzung von Aktivitäten die ja wohl Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche gleichermaßen betreffen.
    Saure Gurke für Gleichstellung!
    1. Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt am 17.04.2015
      Sehr geehrte Frau Eichelkraut,

      vielen Dank für Ihren Kommentar zur Jurysitzung des Wettbewerbs Zukunftsstadt. Sie haben natürlich recht, die Verteilung der Geschlechter ist in unserer Jury sehr unausgewogen. Bei der Zusammensetzung der Jury haben wir vor allem darauf geachtet, die wichtigsten Organisationen rund um das Thema nachhaltige Stadtentwicklung abzubilden und dabei die drei kommunalen Spitzenverbände, den Rat für Nachhaltige Entwicklung, die Morgenstadt-Initiative sowie Umwelt- oder Stadtplanungsverbände angesprochen. Nichtsdestotrotz hat die Jury bei der Auswahl ein besonderes Augenmerk auf die Frage der Beteiligung in den Städten und Gemeinden gelegt. Dabei sind gerade auch innovative Formate für Familien, Kinder, Jugendliche sowie Themen rund um das Zusammenleben in der Stadt und auf dem Land positiv bewertet worden.

      Herzliche Grüße,
      Ihr Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt